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Artenvielfalt, Strukturelle Diversität und natürliche Regeneration in Sekundärwäldern in La Gamba

Kurzbeschreibung der Masterarbeit von Randy Teal

Eine Kamera-Fallenstudie zur räumlichen Verteilung größerer Säugetiere in einer von Menschen dominierten Landschaft im Pazifik-Tiefland von Costa Rica


Viele Gebiete im pazifischen Tiefland von Costa Rica wurden in den letzten Jahrzehnten vom Menschen verändert. Ein großer Teil ist heute eine von Menschen dominierte Landschaft, die die Struktur der Regionen verändert hat. Infolgedessen dienen diese gestörten Bereiche nun als Barriere für die räumlichen Bewegungen vieler Waldsäuger. Bestimmte Landschaftsstrukturen wie Galeriewälder und Sekundärwälder können jedoch die Durchlässigkeit von Landschaften verbessern und somit Ausbreitungsbewegungen erleichtern.

Ein leistungsfähiges Werkzeug, das zur Untersuchung der Ökologie größerer Säugetiere verwendet wird, ist die Verwendung von Kamerafallen. Beim
"Camera Trapping" wird eine ferngesteuerte Kamera verwendet, die mit einem Bewegungssensor und einem Infrarotsensor ausgestattet ist oder einen Lichtstrahl als Auslösemechanismus verwendet. "Camera Trapping" ist eine moderne Methode, um wilde Tiere auf Film festzuhalten, insbesondere wenn Forscher nicht verfügbar sind. Zu den Forschungsanwendungen gehören unter anderem Schätzungen der Populationsgröße und Artenvielfalt, Untersuchungen zur Nutzung des Lebensraums aber auch zum Nachweis seltener Arten.

Kamerafallen werden verwendet, um Bilder von Wildtieren mit möglichst wenig menschlichen Eingriffen aufzunehmen. Mit Fortschritten in der Qualität der Kameraausrüstung ist diese Methode der Feldbeobachtung bei Forschern beliebter geworden. Ich möchte Kamerafallen verwenden, um den biologischen Korridor von La Gamba zu studieren, um die folgende Frage beantworten zu können. Hilft COBIGA dabei, die räumlichen Bewegungen von Säugetieren in dieser von Menschen dominierten Landschaft zu erleichtern?

Rand Teal

Kurzbeschreibung der Masterarbeit von Katharina Schwarzfurtner und Zachary West


Wiederbewaldung wird, aufgrund der langfristigen Speicherung des Treibhausgases CO2 in der sich regenerierenden Biomasse, oftmals als Strategie gegen den Klimawandel angewendet. Dies kann entweder durch natürliche Regeneration oder aktive Wiederaufforstung erfolgen. Eine solche aktives Wiederbewaldungsprojekt wurde in La Gamba, Costa Rica in den Jahren zwischen 2012 bis 2015 umgesetzt. Im Untersuchungsgebiet namens "Finca Amable" wurden ca. 150 verschiedene Baumarten unterschiedlicher Altersklassen gepflanzt. Eine wichtige Frage, die bisher im Rahmen des Projektes nicht beantwortet werden konnte, ist die Wirkung der Nachbarschaftseffekte auf die Bestände. Dafür werden wir, Zach West und Katharina Schwarzfurtner, zwei Monate (März und April 2018) in der Tropenstation La Gamba verbringen. Ziel unserer wissenschaftlichen Arbeiten wird es sein, den Zusammenhang zwischen den Nachbarschaftseffekten und dem Bestandzuwachs herzustellen, sowie nachzuweisen, dass diese Interaktionen sich mit der Zeit verstärken.

Katharina Schwarzfurtner
Zachary West

Kurzbeschreibung der Masterarbeit von Daniel Hackl, Svenja Kleinschmidt und Felix Kreinacker


Weltweit werden im Hinblick auf die Problematik des Klimawandels intensive Bemühungen zum Schutz der Wälder unternommen. Um dem Prozess des fortschreitenden Waldverlustes, insbesondere in den Tropen, entgegenzuwirken, wurden seit den 90er Jahren vermehrt Wiederbewaldungsmaßnahmen durchgeführt.
Ziele der wissenschaftlichen Arbeit sind zum einen die Untersuchung der Wachstumseigenschaften, der im Rahmen den Wiederbewaldungsprojektes auf der Finca Amable gepflanzten Arten sowie das Ableiten von Empfehlungen für zukünftige Pflanzungen. Zum anderen werden Änderungen von Diversität und funktionellen Eigenschaften im Laufe der Sekundärwaldentwicklung verfolgt. Auf Grundlage der gewonnen Erkenntnisse sollen u.a. auch Rückschlüsse auf die Bedeutung von Sekundärwäldern als Kohlenstoffsenken abgeleitet werden. Zudem soll der Stellenwert funktioneller Diversität für Ökosystemprozesse im Gegensatz zu Artenreichtum und einzelnen funktionellen Eigenschaften thematisiert werden.

Daniel Hackl
Svenja Kleinschmidt
Felix Kreinacker

Kurzbeschreibung der Masterarbeit von Florian Oberleitner und Sarah Oberdorfer

 

Von Mitte Jänner bis Mitte April verbringen wir, Florian Oberleiter und Sarah Oberdorfer, unsere Zeit in der Tropenstation La Gamba, um Daten für unsere Masterarbeit zu sammeln.
In dieser Region findet man Regenwälder, die wohl zu den artenreichsten der Welt zählen. Diese Wälder sind jedoch durch Abholzung und die Umwandlung in landwirtschaftlich genutzte Flächen bedroht. Der Fokus unserer Arbeit liegt auf der natürlichen Sukzession in tropischen Regenwäldern.
Über die Auswertung von Luft- und Satellitenbildern konnten wir Flächen verschiedenen Alters ausmachen, die einst Weide waren oder des Holzes wegen freigelegt wurden. Hier werden Untersuchungsflächen eingerichtet, in denen alle Bäume mit Eigenschaften wie z.B. Brusthöhendurchmesser, Höhe, etc. aufgenommen und Bodenproben entnommen werden. Die erhobenen Daten werden auf verschiedene Aspekte, wie z.B. Artenzusammensetzung, funktionelle Diversität, Bodentypen und Nährstoffgehalt in den Böden untersucht.
Die Resultate sollen dazu dienen, einen besseren Einblick in die Sukzession und die Entwicklung von tropischen Sekundärwäldern zu gewinnen. Ebenso sollen Vergleiche mit Primärwäldern und den Wiederbewaldungsflächen gezogen werden.

Florian Oberleitner
Sarah Oberdorfer

Kurzbeschreibung der Masterarbeiten von Sandra Eletzhofer, Elisa Besenbäck, Sabine Feldmeier und Lindsay Jackman


Die Untersuchungen auf der Wiederbewaldung der Finca Amable im ersten Jahr des Sparkling Science Projektes „Ein neuer Regenwald“ haben deutliche Unterschiede im Wachstum der einzelnen Baumarten und auch in Blatt- und Holzeigenschaften sowie in Mortalitätsraten gezeigt. 2016 laufen, auf diesen und anderen Ergebnissen aufbauend, vier weitere BOKU-Masterarbeiten im Rahmen des Wiederbewaldungsprojektes. Manche Baumarten wachsen sehr gut in der Sonne, andere schlecht, wieder andere überleben zwar, wachsen aber im Schatten besser. Sandra Eletzhofer untersucht Struktur und physiologische Anpassungen von Sonnen- und Schattenblätter der wichtigen Baumarten auf der Finca Amable. Damit versucht sie zu verstehen, ob und wie sich die Arten in ihrer Anpassung an verschiedene Lichtmengen unterscheiden und sie damit gleich in der Sonne gepflanzt werden können oder besser später im Schatten anderer Bäume. Bislang wurde Herbivorie nur grob geschätzt. Elisa Besenbäck misst den Anteil der durch Herbivorie verloren gegangenen Blattfläche genau und untersucht den Zusammenhang mit Wachstumsgeschwindigkeit, Mortalität und Blatteigenschaften der Bäume. Im Lauf der Zeit sind zwischen den gepflanzten Bäumen auch viele Bäume spontan gekeimt und tragen damit zur Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung bei. Aber wie viel? Lindsay Jackman nimmt auf der Finca Amable und auf der schon etwas früher bepflanzten Finca La Bolsa die Spontanvegetation zwischen den gepflanzten Bäumen auf und analysiert deren Zusammensetzung, Diversität und Verbreitung. Die Bäume der La Bolsa wurden 2012 schon von Nina Schnetzer gemessen. Mittlerweile hat sich ein "richtiger" Regenwald entwickelt, der sogar regelmäßig von Affen besucht wird. 2016 versucht Sabine Feldmeier die damals gepflanzten Bäume wiederzufinden und zu messen, um den Erfolg der einzelnen Arten und den längerfristigen Biomassezuwachs zu dokumentieren.

 

Elisa Besenbäck
Lindsay Jackman
Sandra Eletzhofer
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