Der biologische Korridor La Gamba (COBIGA)

Das Projekt COBIGA - Biologische Korridor La Gamba (Corredor Biológico La Gamba) soll die Tieflandregenwälder des Golfo Dulce mit den Bergregenwäldern der Fila Cal, einem Gebirgszug nördlich des Regenwald der Österreicher, verbinden. COBIGA ist wiederum Teil eines Netzwerkes von Biologischen Korridoren in Costa Rica, u.a. des Biologischen Korridors AMISTOSA, der den Nationalpark Corcovado auf der Halbinsel Osa mit dem Nationalpark Amistad im Talamanca Gebirge verbindet.

Durch den Kauf von Grundstücken und der Wiederbewaldung von ehemaligen Brachflächen soll eine Fragmentierung des Waldes verhindert werden und der genetischen Isolation und Erosion entgegenwirken.

Kurzbeschreibung des Projektes

Aufgrund wirtschaftlicher, sozialer und politischer Entwicklungen kam es in den letzten Dekaden in den Tropen weltweit zu massiver Entwaldung, so auch in Mittelamerika und speziell in Costa Rica. Die Anlage großer Monokulturen für die Produktion von Exportgütern wie Bananen, Ölpalmen, Ananas und die Entstehung ausgedehnter Viehweiden zur Fleischproduktion, führten zur Zerstörung primärer Lebensräume und zu starker Fragmentierung der verbleibenden Wälder. In Costa Rica wurde die dramatische Entwaldung im Jahre 1996 aufgrund eines restriktiven Forstgesetzes zumindest verlangsamt.

Die Wiederbewaldung und Renaturierung von ehemaligen landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen wird immer wichtiger und stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Jede Fläche hat eine andere Geschichte und muss eigens untersucht und die Wiederbewaldungsmaßnahmen bewertet werden. Während manche Standorte sich selbt übreelassen werden können und sich von selbst auf natürliche Art und Weise innerhalb von Jahren (manchmal Jahrzehnten) ein artenreicher Sekundärwald entwickelt, wächst auf anderen Flächen jahrzehntelang kein Wald. So ist auf ursprünglich intensiv genutzten Flächen ist der Boden meist sehr stark verdichtet  und die natürliche Samenbank zerstört, wodurch eine natürliche Sukzession nur mehr teilweise oder gar nicht mehr möglich ist. Auf diesen Standorten pflanzen wir selektierte einheimische Baumarten wodurch sich ein naturnaher Wald entwickelt.

Die Artenauswahl ist groß und reicht von sehr schnellwüchsigen Bäumen bis hin zu langsam wachsenden Harthölzern. Insgesamt werden bis zu 200 verschiedene Baumarten aus der Region gepflanzt. Die Jungbäume werden entweder in der Baumschule der Finca Modelo oder von einheimischen Bauern, die vorher eingeschult werden, produziert. Nach dem Auspflanzen werden die Jungbäume drei Jahre lang gepflegt und von Gras, Lianen und Kletterpflanzen befreit sowie mehrmals mit Regenwurmkompost gedüngt. Danach werden die Bäume sich selbst überlassen, wodurch sich wieder ein ursprünglicher Wald entwickeln kann.

Neben der Waldrenaturierung arbeiten wir mit ortsansässigen Bauern zusammen und versuchen ein einfaches forstwirtschaftliches Konzept zu entwickeln. Je nach Standort selektieren wir wirtschaftlich interessante Baumarten, und setzen diese auf auf den Fincas aus. Innerhalb von 10 Jahren sind einige der Bäume bereits als Rundholz verwendbar. Entnommene Bäume sollen dann wieder nachgesetzt werden. Auf diese Art und Weise entsteht ebenfalls ein Wald-Korridor, der Primärwald wird geschützt und die Bauern haben Bauholz zur Verfügung.

Im Zuge des COBIGA Projektes ist das Buch Creando un bosque - Creation of a forest entstanden, das in einfacher Sprache die Bedeutung von Wiederbewaldugnen und Korridorbildung erklärt und praktische Anleitungen rund um das für Kultivieren und Setzen von Bäumen behandelt.

Das Projekt wird von der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur wissenschaftlich begleitet. Finanziert wird das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein Regenwald der Österreicher, Regenwald Luxemburg und privaten Sponsoren.

 CO2 Berechnungen der Univ. Wien und der BOKU Wien

Wissenschaftler der Universität Wien und der BOKU Wien haben Studien verfasst aus denen hervorgeht, dass über einen Projektzeitraum von 60 Jahren pro wiederbewaldeter Hektar 548 t bzw. 590 t CO2 jährlich gebunden werden. Bei einer Bepflanzungsdichte von 800 Bäumen pro Hektar aus 40-50 Baumarten ergibt dies eine durchschnittliche jährliche Bindung von 11.4 kg (548.000/800/60) bzw. 12.3 kg (590.000/800/60) pro Baum. Wir nehmen einen Durchschnittswert von 700 kg CO2-Bindung in 60 Jahren an.  Hier können Sie die Studie als PDF herunterladen.

Berechnung