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BDEF - Biodiversity and Ecosystem Functions

Tropische Waldökosysteme sind Zentren der globalen Biodiversität. Gleichzeitig stehen sie unter wachsendem Druck durch Landnutzungswandel und Klimaveränderungen. Zu den Grundfragen des BDEF (Biodiversity and Ecosystem Function) Projektes zählen, welche Faktoren die Biodiversität und Ökosystemfunktionen (Nährstoffkreislauf, Kohlenstoffbindung u.a.) auf Landschaftsebene kontrollieren, welche Bedeutung die hohe Biodiversität für die Funktionalität tropischer Waldökosysteme hat, und wie sich der Globale Wandel auf tropische Biodiversität und Ökosystemfunktionen auswirkt. Im Rahmen dieser Forschungsinitiative wurde ein ausgedehntes Beobachtungsnetzwerk von Waldflächen in der Region und ein einzigartiges Biodiversitätsexperiment in La Gamba etabliert. Dies ermöglicht völlig neue Erkenntnisse über Biodiversität und Ökosystemfunktionen in tropischen Wäldern und wird helfen die österreichische Tropenforschung international sichtbarer zu machen. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanziert.


homepage des Projekts

campaign funding via instrumentl


 

 

Ein neuer Regenwald entsteht

Im Zuge eines Wiederbewaldungsprojektes im Regenwald der Österreicher (Costa Rica) wurden eine Vielzahl von Bäumen gepflanzt, um einen Korridor zwischen Tiefland- und Bergregenwald zu schaffen und Kohlendioxid aus der Luft zu binden.


Aber können wir überhaupt einen echten Regenwald schaffen? Welche Baumarten sollen ausgewählt werden, welche Funktionen hat jeder Baum, und welche Funktionen und Nutzen hat ein Wald?


Im Rahmen des Projektes Ein neuer Regenwald entsteht wird die Entwicklung der gepflanzten Bäume verfolgt, um zu sehen, wie Bäume verschiedener Arten wachsen und wovon dies abhängt. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Sir Karl Popper Schule und des BRG 19 untersuchen wir den Zusammenhang zwischen Struktur und biologischer Funktion der Bäume und formulieren Empfehlungen, welche Arten sich eignen, um einen möglichst natürlichen und artenreichen Regenwald zu erhalten. Dazu fährt eine SchülerInnengruppe zusammen mit einem ForscherInnenteam im Zeitraum um Ostern 2015 und im Jänner 2016 nach Costa Rica, um vor Ort Daten aufzunehmen.

Zusätzlich wird berechnet, wie viel Kohlendioxid ein wachsender Baum aufnehmen kann, wodurch der Zusammenhang zwischen Waldschutz und globalem Klimawandel und die Bedeutung der Bäume in diesem Kontext erneut verdeutlicht wird.

 

Homepage des Projekts (Boku Wien)

Sparkling Science

Artikel in der Presse

 

 

 


 

 

Der biologische Korridor (COBIGA)

Der Biologische Korridor La Gamba COBIGA soll die Tieflandregenwälder des Golfo Dulce mit den Bergregenwäldern der Fila Cal, einem Gebirgszug nördlich des Regenwald der Österreicher verbinden. 

In Zusammenarbeit mit dem Verein Regenwald der Österreicher, Regenwald Luxemburg und der lokalen Bevölkerung von La Gamba werden auf ausgesuchten Flächen Wiederbewaldungen mit einheimischen Baumarten durchgeführt und wissenschaftlich begleitet.
Aufgrund verschiedener wirtschaftlicher, sozialer und politischer Entwicklungen kam es in den letzten Dekaden in den Tropen zu massiver Entwaldung, so auch in Meso-Amerika und speziell in Costa Rica. Die Anlage großer Monokulturen zur Herstellung von Exportgütern wie Bananen, Ölpalmen, Ananas und die Entstehung ausgedehnter Viehweiden zur Fleischproduktion, führten zur Zerstörung primärer Lebensräume und zu starker Fragmentierung der verbleibenden Wälder. In Costa Rica wurde die dramatische Entwaldung 1996 durch ein restriktives Forstgesetz zumindest verlangsamt. Mittlerweile stellt die Regeneration geschädigter Standorte eine anspruchsvolle Aufgabe für Restaurationsökologen dar.

Die Degradation solcher Standorte ist je nach Standort und Bewirtschaftung unterschiedlich ausgeprägt. Manche Standorte können einer natürlichen Sukzession überlassen werden und innerhalb von einigen Jahrzehnten wächst auf natürliche Art und Weise wieder ein artenreicher Sekundärwald heran. 

Stark degradierte Standorte sind jedoch durch ein Fehlen von Samenbanken gekennzeichnet, eine natürliche Sukzession ist nur mehr teilweise oder gar nicht möglich. Auf diesen Standorten versuchen wir Wiederbewaldungen und Waldrestauration durchzuführen. Mit selektierten einheimischen Baumarten wird versucht einen artenreichen Wald wieder herzustellen. Dabei werden über 100 verschiedene Baumarten aus der Golf Dulce Region, die in der Finca Modelo kultiviert werden, gepflanzt. Nach der Pflanzung werden die Bäume drei Jahre lang gepflegt und von Lianen befreit. Bis dahin sollten die Jungbäume eine Größe erreicht haben, die das Überleben des Baumes ohne weitere Pflege ermöglicht. Danach wird der Wald sich selbst überlassen und es kann/soll sich wieder ein ursprünglicher Wald entwickeln. 

Mit ortsansässigen Bauern versuchen wir ein einfaches forstwirtschaftliches Konzept zu entwickeln. Je nach Standort selektieren wir wirtschaftlich interessante Baumarten, die wir kultivieren und anschließend gemeinsam mit den Bauern auf ihren Fincas aussetzen und Ihnen die notwendigen Pflegemaßnahmen erklären. Innerhalb von 10 Jahren sind einige der Bäume bereits als Rundholz verwendbar. Entnommene Bäume sollen wieder nachgesetzt werden. Auf diese Art und Weise entsteht ebenfalls ein Korridor, es wird der Primärwald geschützt und die Bauern haben Bauholz zur Verfügung. Im Zuge des COBIGA Projektes und der Arbeit mit den Bauern ist das Buch Creando un bosque - Creation of a forest entstanden, das in einfacher Sprache die Bedeutung von Wiederbewaldugnen und Korridorbildung erklärt und praktische Anleitungen rund um das für Kultivieren und Setzen von Bäumen behandelt. 

Artikel über das Wiederbewaldungsprojekt

corredor_natural_and_cultural_history.pdf

10.4 M

Nutzholz_corredor.pdf

1.6 M

OEKO-L3-2016.pdf

3.7 M

Karte der Wiederbewaldungsflächen

 

 


 

 

Die Finca Modelo

Eingang zur Finca Modelo

Die Finca Modelo auf dem Gelände der alten Volksschule von La Gamba dient heute der Jungpflanzenzucht für das Wiederbewaldungsprojekt und ist ein experimenteller Permakulturgarten um verschiedene Gemüsesorten im tropischen Landbau zu testen. Die Ernte bereichert die Küche der Tropenstation La Gamba. Regelmäßige Samenmessen und Weiterbildungskurse ermöglichen heimischen Bauern sich auszutauschen und ihr Sortiment zu erweitern.

BIO Chili, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer, Kakaobutter und Hibiskus Tee aus La Gamba

in Kürze mehr dazu!

Samentausch Messe 2016


Info als pdf in Spanisch.

Eindrücke aus der Finca Modelo
Karte der Finca Modelo
Tropenstation La Gamba | Department für Botanik und Biodiversitätsforschung | Rennweg 14 | 1030 Wien | T +43-1-4277-57420